Moderator: Guten Tag, meine Damen und Herren, begrüßen sie mit mir unsere Gäste: Behaviourismus, Kognitivismus, Konstruktivismus und Kontruktionismus. Zunächst, meine Herren, erklären Sie uns doch bitte Ihr Hauptanliegen: Was bedeutet für Sie “Lernen”? Fangen wir vielleicht mit dem Ältesten an. Herr Behaviourismus?
Behaviourismus: Selbstverständlich. Wir alle wissen, dass es Dinge gibt, die sind Richtig, und Dinge, die sind Falsch. Also trimme ich meine Zöglinge dazu, immer die Richtige Antwort zu geben, indem ich ihnen klar und deutlich Feedback gebe – über Try&Error finden sie dann schon raus, was Richtig ist. Diese Zucker/Peitsche-Methode ist simpel und höchst effektiv.
Kognitivismus: Sie behaupten also, man kann Lernstoff so aufbereiten, dass es für alle klar und einleuchtend ist? Jeder hat doch seinen individuellen Lernstil, und lernt dann am Besten, wenn er weder über- noch unterfordert wird. Mein Ziel ist es also, den Lernenden ein inneres Bild zu vermitteln, indem ich an dem anknüpfe, was sie schon wissen und können.
Konstruktivismus: Das ist ja alles ganz nett. Aber: gibt es Wahrheit überhaupt? Es geht doch gar nicht darum, ob etwas Richtig oder Falsch ist, sondern vielmehr darum, ob es “funktioniert”. Und das wiederum hängt nicht von so esoterischen Dingen wie “Ideen” und “Konzepten” ab, sondern ganz einfach von der Reaktion meiner Umwelt: je nachdem, wie mein Umfeld reagiert, werde ich unterschiedliches Verhalten lernen. Wissen ist also sozial konstruiert, und ich kann nicht mehr tun, als einen Rahmen zu schaffen, in der durch Stimuli und Diskussion dieser Lernprozess gefördert wird.
Konstruktionismus: Ich schließe mich meinem Vorredner an. Aber noch etwas will ich betonen: es hat sich als günstig erwiesen, wenn etwas in Gruppenarbeit und an einem konkreten Objekt gelernt wird. Wenn ich lernen will, wie man ein Modellflugzeug baut, ist das Beste, gemeinsam eins zu bauen – learning by doing sozusagen. So wird der Entstehungsprozess eines Artefakts gleichzeitig zur Dokumentation des Lernfortschrittes.
Moderator: Ich sehe schon, sie vertreten sehr unterschiedliche Positionen. Doch bevor wir uns den einzelnen Lebensgeschichten zuwenden …
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